szmmctag

  • Experiment beendet, Patient wohlauf.

    Dieses Blog macht dicht bzw. zieht nach Island um und macht da vielleicht was mit Katzen.

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  • Zitat des Tages

    "Eine Familie von euch ersetzt mir drei jüdische Familien"

    Man stelle sich einmal vor, der Rechtsextreme Udo Pastörs hätte diese Worte auf einem NPD-Parteitag von sich gegeben. Politik, Staatsanwaltschaft und Medien wären sich einig, dass der Mann mindestens wegen Volksverhetzung vor ein Gericht gestellt und seine Partei nun ein für allemal verboten gehört - und das völlig zu Recht.

    Pastörs hat diese Worte aber nicht gesagt, sondern der katholische Kardinal Meisner. Und er hat dabei nicht "jüdisch", sondern "muslimisch" gesagt:

    "Eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien"

    Infolgedessen hält sich die öffentliche Kritik denn auch in Grenzen. Sie erschöpft sich im Wesentlichen darin, dass vereinzelte Politiker ihr "Unverständnis" äußern. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, enthält gleich ganz eines wertenden Kommentars. Sie sehe die Angelegenheit als die "persönliche Meinung eines katholischen Würdenträgers", sagte sie dem SPIEGEL.

    Die Springerpresse verharmlost die offenen rassistische Hetze des Kardinals derweil als einen "Vergleich von christlichen mit muslimischen Familien" und die FAZ schreibt gar, dass Meisner mit seinen Worten Eheleute aus der geistlichen Gemeinschaft hätte loben wollen.

    Wenn es in Köln Staatsanwälte gibt, die ihren Job ernst nehmen, sollte nun rasch Anzeige gegen Meisner erstattet werden. Dass die katholische Kirche als verfassungsfeindliche Organisation verboten wird, ist aber leider nicht zu erwarten.

  • Zitat des Tages (2)

    "Wer Risiken eingeht, haftet auch für die Verluste."

    Ach, wenn man diese Forderung aus Angela Merkels Regierungserklärung doch bloß wörtlich nähme! Dann würde man nicht mehr die griechische Bevölkerung, sondern die Banken, deren Vorstände die Kanzlerin hofiert, für jeden einzelnen Cent der Verluste aus ihren hochriskanten Zockergeschäften haften lassen.

    Ich bin allerdings ziemlich sicher, dass Merkel das exakte Gegenteil von dem meinte, was sie gesagt hat.

    (via NZZ)

  • Zitat des Tages

    "Es dürfte sich hier um Petersilienblätter gehandelt haben, die Marihuanablättern ähnlich sahen"

    - aus der Liste der Gegenstände, die von der Polizei im Hamburger "Gefahrengebiet" beschlagnahmt wurden.

    Schauen wir uns hierzu kurz ein Petersilienblatt an:

    Petersilie

    Und jetzt ein Marihuanablatt:

    Rauchpetersilie

    Das Fazit kann nur lauten: Es dürfte sich bei den Hamburger Beamten um Polizisten gehandelt haben, die selbst gerne mal einen kiffen.

    :>>

    (via)

  • Zitat des Tages

    "Sicherheitspolitische Bedrohungen wie Proliferation, Internationaler Terrorismus oder Migration wurden von einem Großteil der Jugendlichen, wenn überhaupt, nur abstrakt wahrgenommen." (Hervorhebung von mir)

    In einem öffentlichen Papier des Verteidigungsministeriums (hier als PDF) wird Migration als "Bedrohung" bezeichnet.

    (via MiGAZIN)

  • Die Zahl des Tages

    Etwa 2,8 Millionen Euro jährlich investierte die Bundesregierung in das Integrationsprogramm für ausländische Studierende - bis jetzt. Unter der CDU-Bildungsministerin Johanna Wanka wurden die Mittel nun ersatzlos gestrichen. Die Unterstützung der Ministerin können ausländische Studierende zukünftig nur noch in Form leerer Worthülsen erwarten:

    "Studenten aus aller Welt für Deutschland zu gewinnen und sie nach ihrem Abschluss bei uns zu halten, erfordert Investitionen in unsere Hochschulen … Wir haben jetzt die Chance, dauerhaft mehr Menschen für unser Land zu gewinnen. Dazu müssen und werden wir weiter konsequent in die Attraktivität unserer Hochschulen investieren."

    Für jemanden, der ebendiese Investitionen gerade ersatzlos hat streichen lassen, ist das eine ziemlich verlogene Aussage.

    :crazy:

    (via MiGAZIN)

  • Zitat des Tages

    "Hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs ist von der These eines deutschen Hauptaggressors wenig übrig … Aber wie kam dieser Mythos in die Welt?"

    Der FOCUS entlastet die Deutschen: Erster Weltkrieg? War nicht unsere Schuld!*

    In 24 Jahren jährt sich übrigens der deutsche Angriff auf Polen zum 100. Mal. Ich bin jetzt schon gespannt, was es dann im FOCUS zu lesen gibt …

    _______________
    *) Ich habe absichtlich keinen Link zu dem FOCUS-Artikel gesetzt. Ich will mir schließlich nicht mein schönes Blog mit braunem Dreck verschmutzen.

  • Zitat des Tages

    "Wir kümmern uns auch um Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Gerne dürfen Sie unsere Visitenkarten unter den Angestellten der Agentur für Arbeit verteilen."

    Die menschenverachtenden Technokraten bei der Agentur für Arbeit denken sich bisweilen Geschichten aus, wie sie ein Franz Kafka nicht besser hätte schreiben können.

    (Zitat aus einem Brief der BehindertenSelbstHilfe Schwedt, via Twitter, via KFMW)

  • Zitat des Tages

    "Ein Moderator, der offenbar große Probleme damit hat, dem politischen Spektrum links von der Mitte mit einem Mindestmaß an Höflichkeit zu begegnen, passt nicht in ein öffentlich rechtliches Format."

    - aus einer Petition zur Entlassung von Markus Lanz

    Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, die Causa Lanz als unsinnige Farce abzutun. Das staatliche Fernsehen in Deutschland hat in den vergangenen Jahren oft genug bewiesen, dass es, anstatt die Bevölkerung gemäß seines Auftrags objektiv und unparteilich* zu informieren, lieber wohlwollende Hofberichterstattung sendet. Durchweg systemkritische Kommentare und Klartext bekommt man allenfalls noch unter dem Deckmantel der Satire zu sehen - deren Wortgewalt aber im Zuge von Personalwechseln auch konsequent weicher und weicher gespült wird (auf das rhetorische Schwergewicht Georg Schramm folgte das Mittelgewicht Frank-Markus Barwasser** und auf diesen das Leichtgewicht Max Uthoff).

    Ebenfalls absurd ist der Vorwurf der Petenten, dass es "nicht in ein öffentlich rechtliches Format" passe, wenn dessen Moderator sich parteiisch verhalte. Dabei hat Lanz nichts anderes getan, als die politische Linie seines Arbeitgebers fortzusetzen - im Falle des ZDF also die eines Senders, in dessen Fernsehrat eine zweistellige Anzahl von CDU/CSU-Mitgliedern sitzt, aber nur ein einziges Mitglied der Linken.

    Lanz' unmögliches Verhalten Sarah Wagenknecht gegenüber war bei genauerer Betrachtung vermutlich ohnehin weniger ein Versuch, einen Gegner vom anderen Ende des politischen Spektrums zu provozieren. Vergleicht man die Realpolitik der CDU mit den jüngsten Bestrebungen einflussreicher Köpfe der Linkspartei, findet man nämlich mitunter mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Im Parteiprogramm der Linken mögen zwar kapitalismuskritische und antimilitaristische Positionen zu finden sein, Wagenknecht ist aber, wie auch der Fraktionsvorsitzende Gysi, längst keine Vertreterin diese Linie mehr. Das beweisen ihre Reaktionen auf Lanz' Fragen ("Der Euro ist Realität") ebenso wie ihre Äußerungen in zahlreichen Interviews der vergangenen Jahre. Während die "etablierten" Parteien mit plumpem Populismus derzeit am rechten Rand fischen, betreibt die Linke dasselbe Spiel in der politischen Mitte. Da kann es schon mal vorkommen, dass Wagenknecht den rheinischen Kapitalismus der alten Bundesrepublik als vorbildliches Wirtschaftsmodell lobt und in kritischeren Momenten vielleicht den Neoliberalismus in seiner schärfsten Form, nicht aber einen "gemäßigteren" Kapitalismus als Gesellschaftsform fürs 21. Jahrhundert ablehnt. Eine Frau, die von den Medien als "Kommunistin" mit "extrem linken" Positionen innerhalb einer "extrem linken" Partei dargestellt wird, stellt man sich anders vor. Wenn überhaupt, dann dürfte der Angriff auf Wagenknecht eher als Versuch zu werten sein, sie zu genau der Art von Aussagen zu provozieren, die sie seit Jahren bewusst vermeidet, weil sie potentielle Wähler aus der politischen Mitte abschrecken könnten. Wäre es gelungen, hätte man am nächsten Morgen mit Sicherheit das Wort "Stalinistin" in der BILD-Zeitung lesen können.

    Dass es sich um einen Angriff handelte, dürfte aber klar sein. Ob dieser von Lanz selbst ausging oder per Anweisung aus der Regie kam, ist nicht sicher. Beim Ansehen des Videos fällt aber auf, dass Lanz' Körpersprache und die Betonung bei seinen penetranten Zwischenfragen nicht so recht zu einem Angriff aus eigenem Antrieb passen, sondern unnatürlich und wie aus der Ferne gesteuert wirken.

    Ferngesteuert oder nicht - in keinem Fall ist es Lanz, der gefeuert werden müsste. Misst man ihn an der politischen Linie seines Arbeitgebers, dann hat er seinen Job gut gemacht. Wenn als Konsequenz aus dieser und anderen Sendungen überhaupt etwas abgeschafft gehört, dann ist es der ZDF-Fernsehrat.

    _________________________

    *) §11 Abs. 2 RStV: "Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen."

    **) Das kabarettistische Genie von Frank-Markus Barwasser liegt freilich gerade im vermeintlichen rhetorischen Mittelmaß seiner Figur Erwin Pelzig. Dennoch wirkt Pelzig deutlich handzahmer als Schramms zornige Figur Dombrowski.

  • Big Brother Is Watching You. Really.

    Wie Journalisten der c't herausgefunden haben, senden moderne Fernsehgeräte umfassende Informationen über das Nutzungsverhalten ihrer Besitzer an die Rundfunkanstalten, an die Hersteller der Geräte und an Google.

    George Orwell's Dystopie von einer Welt, in der die Menschen auch über ihre Fernsehgeräte ausspioniert werden, ist somit wieder ein Stückchen näher gerückt.

    An Tagen wie diesem bin ich besonders froh, dass ich gar keinen Fernseher besitze.

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