Der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen, fordert, dass in jedem Webbrowser künftig ein Notruf-Button integriert sein soll, mit dem man Spezialisten der Polizei auf eine Website aufmerksam machen kann. So könnten Internet-Nutzer Kinderpornos, Amok-Ankündigungen und extremistische Inhalte melden.

Offenbar hat Jansen nicht die geringste Ahnung vom Ausmaß der Internetnutzung in Deutschland. Wo will der Mann plötzlich die "Web-Polizisten" herholen, die nötig wären, um derartige Notrufe Tag und Nacht entgegenzunehmen und auszuwerten? Jeder, der schon einmal in einem Forum, Chat oder MMORPG unterwegs war, weiß, wie häufig es dort zu Meldungen unangemessener Beiträge kommt. Moderatoren und Admins haben alle Hände voll zu tun, die Meldungen entgegenzunehmen, zu filtern, und entsprechend zu reagieren. Bei zehntausenden Foren und Chatrooms in Deutschland wären demnach auch zehntausende Polizisten nötig, die über die entsprechende Erfahrung verfügen, "kritische" Meldungen von harmlosen Scherzen zu unterscheiden. Wie Jansen diese Expertise aus dem Hut zaubern will, verrät er nicht.

Deshalb die freundliche Aufforderung (von Kollege zu Kollege):

Polizist: Bitte verlassen Sie das Internet